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Leas Unterricht

Unterricht an Bord

Zunächst haben wir versucht Lea vom Schulamt für 2 Jahre beurlauben lassen, allerdings mit wenig Erfolg. Schließlich habe ich Lea und mich aus Deutschland abgemeldet, so dass die schulische Präsenzpflicht entfällt.

Mit Beginn der Weihnachtsferien, d.h. auch dem einhergehenden Lockdown, besucht Lea für die nächsten 2 Jahre keine reguläre Schule mehr, sondern hat Schule an Board und im Leben.

Bei der Besorgung der Lehrmaterialien habe ich mich am Lehrplan und an den Lehrheften, mit denen Lea bereits arbeitete orientiert. Da ich Lehrerin bin, zwar für die Fächer Chemie und Physik an weiterführenden Schulen, sind mir die meisten Lehrbuchverlage bekannt. Scheut euch nicht, wenn ihr ähnliches vorhabt, dem Vorhaben gegenüber, positiv gestimmte Lehrer, um Hilfe zu bitten. In höheren Klassen geben die Lehrbücher eine gute Orientierungshilfe. Und wer ganz unsicher ist, kann sich von Fernschulen mit Materialien versorgen lassen, was allerdings relativ kostspielig ist.

Derzeit konzentriere ich mich mit Lea stark auf die Fächer Mathe und Deutsch, da dort die Grundlagen geschaffen werden müssen. Ich habe Materialien zum Basteln, Malen, Kneten und auch Nähen an Bord, um dies ebenfalls ein wenig zu schulen. Über die Tier- und Pflanzenwelt wird sie während der Reise genügend erfahren und ich bin in der glücklichen Lage auch kleine Experimente zu kennen, die ein paar Phänomene zeigen und einfach zu erklären sind. Aber auch hier gibt es im Internet unter dem Stichwort „Freihandversuche“ genügend Materialien. Schöner für Kinder sind allerdings anschaulich bebilderte Bücher, die auch zum eigenständigen Durchführen anleiten. Dies ist für den Lernprozess ganz wichtig - einfach selber machen!!!

Die ersten 3 Tage der Atlantiküberquerung haben wir nichts gemacht, da der Körper sich erst an die neue Umgebung gewöhnen musste. Seitdem arbeiten wir täglich je nach Befinden unsere Einheiten durch, was auch soweit ganz gut klappt. Aber auch ich muss mich noch deutlich mehr in Geduld üben. Man neigt dann doch dazu, mit seinen eigenen Kindern besonders streng zu sein, leider.

Natürlich ist Lea nicht immer absolut motiviert und reagiert bei Fehlern, die sie macht, oft trotzig und dickköpfig. Hier haben wir ein Belohnungssystem eingeführt. Bei guter Arbeit bekommt sie Belohnungssticker und bei einer bestimmten Anzahl darf sie sich etwas wünschen. Wenn sie ihre Trotzphase hat, erfordert das viel Geduld und tiefes Durchatmen von meiner Seite aus (gelingt nicht immer!). Ansonsten macht Lea ihre Aufgaben wirklich toll und sie darf auch mitbestimmen, woran sie arbeiten möchte. Es ist wichtig Kompromisse einzugehen, bevor sich die Fronten verhärten. Ich freue mich sehr über ihre Fortschritte und hautnah dabei zu sein :-D!

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