von (Kommentare: 0)

Atlantiküberquerung von West nach Ost

Port Antonio nach Turks and Caicos

Die Rückreise Crew bestand somit aus Sönke und Lea und Ulf Stadler einem Cousin von mir und aus Hans Jörg Rüstemeier der schon im Jahr 2020 von England nach Lissabon und von Lissabon nach Teneriffa mit gesegelt war. Als Treffpunkt haben wir Port Antonio auf der Nordseite von Jamaica ausgemacht. Ulf kam am 24.5 und wir hatten zusammen mit Becci noch ein paar schöne Tage in Port Antonio. Hans Jörg ist dann am 28.5 eingeflogen an dem Tag an dem Becci und Charly von Kingston nach London Gatwick geflogen sind. Ich habe beide vom Flughafen in der Montago Bay abgeholt immerhin 4 Stunden eine Strecke mit dem Mietwagen. Ein ziemlicher Ritt über die Küstenstraße, der aber tagsüber wirklich schön ist und nachts eine echte Herausforderung. Die Straße ist schmal, in Teilen kurvig und die Jamaikaner scheinen nur mit voll auf geblendetem Fernlicht fahren zu können. Egal beide Touren waren schön und es gab jeweils eine gute Gelegenheit auf dem Rückweg mit Ulf und Hans-Jörg schon mal ausführlich über unseren bevorstehenden Törn zu schnacken. Außerdem hatten uns Ulf mindestens 30 Jahre nicht gesehen, da gibt es einiges zu erzählen. In Jamaica hatten wir wiederum einige Reparaturen am Boot die vor dem Törn dringend erledigt werden mussten. Wir mussten bereits in Kingston die 24 Volt Lichtmaschine ersetzen. Warum die kaputt war ist etwas unklar, aber das bedeutete auch, dass das Balmer Interface zur Ladung der Lithium Batterien gewechselt werden musste. Außerdem hatten wir auf den letzten Törns, bei denen wir die Maschine teilweise intensiver gebraucht haben, immer wieder den Fehler, dass der Diesel im Tagestank zu warm wurde. Deswegen haben wir in einen Dieselkühler eingebaut. Im Prinzip wird dabei zum einen der Seewasserkreislauf durch ein Metallrohr geführt. In dessen Inneren dann der Dieselschlauch liegt. Dann haben wir noch nachdem uns das Genua Fall oben am Kopf abgerissen war, dass Genua Fall getauscht. Wir haben dann am 29.5 Pamina vorbereitet letzte Einkäufe von frischem Obst und Gemüsen auf dem ziemlich wilden Markt von Port Antonio getätigt. Nach den Erfahrungen der letzten Törns haben wir den Außenborder vom Dinghi abgenommen und in der Backs Kiste verstaut, das hätten wir mal definitiv früher machen sollen, dann hätten wir jetzt noch ein nicht geflicktes Dinghi. Nun Akonto Lebenserfahrung. Wir haben dann ausklariert was völlig formlos und unproblematisch lief. Wir bekamen einfach das Papier überreicht. Leider konnten wir nicht mehr tanken, weil der einzige Mitarbeiter, der die Zapfsäule bedienen konnte, nicht da war.

Wir sind dann am 30.5 morgens nach einem letzten Bad im wunderbar klaren und tiefblauen Wasser direkt am Schiff gestartet. Guter Wind aus ca. 90 Grad mit 15 Koten und viel Sonne versprachen einen prima Start. Ich hatte eine ordentliche Portion Gulasch vorgekocht, was sich bei unseren Törns bewährt hatte, weil an den ersten beiden Tagen wo alle noch mit den fehlenden „Seebeinen“ oder mit Seekrankheit zu kämpfen haben, keine Lust zu kochen haben. Leider kam uns dann nach 19 Meilen plötzlich die Genua runter und viel auch teilweise seitlich ins Wasser. Wir hatte größte Mühe das Riesending zu bergen und haben uns dann entschlossen wegen des Windes und des Seegangs zurück in die Bucht von Port Antonio zu fahren und dort vor Anker zu gehen. Dort haben wir dann Ulf in den Mast gezogen, um das Genua Fall und den Schlitten nach unten zu ziehen. Sehr ärgerlich, weil wir das ja gerade erst gewechselt hatten. Außerdem mussten noch zwei Schrauben in der Rollreffanlage ersetzt werden. Das haben wir alles am 31.5 morgens erledigt und wir haben dann auch noch versucht zu tanken. Aber oh großes Wunder die Tanks waren leer. Also sind wir dann mit ungefähr 600 Liter Diesel gestartet.

Der Start verlief diesmal prima und wir kamen gut voran. Ich hatte im Vorfeld ein Wetterrouting mit der Firma Wetterwelt in Kiel und dort mit Sebastian Wache verabredet. Sebastian hatte uns schon auf unserem Trip von den Kanaren in die Karibik mit Wetterinformationen begleitet und ich kann seinen Service nur wärmstens empfehlen. Erwartungsgemäß sind wir dann am zweiten Tag in der Westwardpassage zwischen Kuba und Haiti in eine Flaute gelaufen. Spiegelglattes Wasser das wir ohne Landsicht bei mehr als 1000 Metern Wassertiefe erstmal zum Baden genutzt haben. Eine interessante Erfahrung so im blauen Nirgendwo. Wir sind dann mit wenig Wind und teils unter Maschine Richtung Turks und Caicos gefahren und haben uns entschlossen dort einen Tank Stop zu machen und auch das Obst und Gemüse Vorräte nochmal aufzufüllen. Turks und Caicos ist ein englisches Überseegebiet und Urlaubsparadies hauptsächlich für Amerikaner. Wir sind dann am 3.6 früh morgens so gegen 8:00 in die Blue Heaven Marina auf North Caicos eingelaufen. Turks und Caicos sind ein von Riffen umgebener wunderschöner Archipel. Mit türkisfarbenem Wasser und schmalen betonten Fahrrinnen durch die Riffe. Innerhalb des Außen Riffs gibt es großartige Ankerplätze und Tauch- und Schnorchel Plätze. Man müsste wirklich etwas mehr Zeit dort verbringen und die ganze Inselwelt mit dem Dinghi vom Ankerplatz erkunden. Die Blue Heaven Marina in die wir eingelaufen sind war zunächst mal unkompliziert. Wir sind zum Hafenbüro und haben uns angemeldet und wurden aufgefordert in 2 Stunden nochmal wieder zukommen, um dann Zoll und Immigration zu treffen. Insgesamt eine sehr unproblematische Aktion verglichen mit anderen Ländern. Wir sind dann erstmal in ein Cafe am Pool und haben ein reichhaltiges, aber sauteures Frühstücksbuffet genossen. Nachdem einklarieren bin ich dann mit Hans Jörg per Taxi zum nächsten Supermarkt gefahren und dort haben sich die Gerüchte über die Preise, die denen der Bahamas ähnlich sind, bewahrheitet. Ich sage nur pro Tomate einen Dollar. Wow! Aber insgesamt waren die Leute superfreundlich und wir haben einen wirklich schönen Tag am Swimmingpool verbracht und waren abends noch lecker essen. Nur leider konnten wir nicht tanken, weil an der Tankstelle ein Riesenfrachter lag, der da partout nicht wegwollte. Also haben wir uns dann am 4.6 morgens entschieden noch eine andere Marina anzulaufen, um dort zu tanken. Das war dann die Turtle Cove Marina ziemlich versteckt in einer kleinen Bucht. Wobei die Ansteuerung mit unserem Tiefgang von 2,10 eine echte Herausforderung und trotz Betonnung ein Slalom um mehrere Flachstellen war. Die Marina in einer kleinen Bucht gelegen war dann aber wirklich sehr schön. Etwas einfacher als die luxuriöse Blue Heaven Marina aber wirklich schön mit einem netten Terrassenrestaurant direkt an den Stegen in dem wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen haben.

Bermudas

Am 10.6 sind wir also nach 6 Tagen auf See mit sehr wechselhaftem Wetter in den Hafen von St George auf den Bermudas eingelaufen. Wir hatten bis zu 25 Konten Wind und auch Flaute und haben um kurz vor Acht am Pier von St George Harbour gegenüber dem Zoll festgemacht. Eigentlich hatten wir beabsichtigt deutlich vor den Bermudas Richtung Azoren einzuschwenken. Aber zunächst gab es auf dem direkten Kurs keinen Wind und später wurden wir von zwei durchziehenden Tiefdruckgebieten bedroht, die in jedem Fall unseren Weg zu den Azoren gekreuzt hätten. Somit war der Weg über die Bermudas am Ende ein Umweg von ca. 120 Meilen. Wobei uns anfänglich nicht klar war, dass wir 6 Tage auf den Bermudas festhängen würden. Pünktlich um 9:00 habe ich mich dann auf den Weg zum Zoll Office gemacht. Sehr freundlich und sehr britisch wurde mir erklärt, wie der Einklarierungsprozess ablaufen würde. Zunächst Anmeldung bei einer Apotheke um die Ecke zum Antigentest über ein Webportal. Dann nach Erhalt der Testergebnisse per Mail hochladen derselben zusammen mit den Impfnachweisen über ein anderes Webportal und dann warten… Jedenfalls hatten wir am Nachmittag die Ergebnisse und konnten die gelbe Quarantäne Fahne einholen und uns frei auf den Bermudas bewegen. Zunächst haben wir den kleinen Ort inspiziert. Man denkt man ist in Südengland oder in Dänemark. Kleine Häuser sehr gepflegt weiß mit blauen Fensterumrandungen oder rot in engen verwinkelten Gassen. Ein kleiner Platz mit dem Townhouse und Kanonen davor. Alles sehr gepflegt und ein gut sortierter Supermarkt mit unglaublichen Preisen. Wow, 1,5 Liter Milch für 8,50 $. Wir haben dann erfahren das die Leute auf den Bermudas ganz gut verdienen und vor allem keinerlei Steuern zahlen. Das weltweite Finanzwesen nutz die Bermudas halt gerne als Steuerparadies. In dem kleinen Hafen von St George und in der Ankerbucht davor liegen an der Molle einige Yachten, die eigentlich alle Richtung Azoren wollen und so findet ein reger Austausch über das zu erwartende Wetter und die bisherigen Erlebnisse statt. Wir treffen Dänen, Franzosen, Briten und Amerikaner und auch ein paar Deutsche. Außerdem treffen wir Harry mit seiner Schweizer Crew. Harry (Harald Reichenbach) ist freischaffender Künstler und hat 5 Jahre lang die Welt umsegelt. Seine Idee dahinter ist faszinierend. Er hat mit Kindern auf der ganzen Welt Müll gesammelt und an Bord mit einer eigens mitgeführten Presse zu kleinen Blöcken gepresst, die dann wiederum in Plexiglas eingegossen wurden. Entstehen soll daraus ein Quader, der aus 1.000 solchen Würfeln besteht. Das Projekt wird unter www.g-cubes.com vorgestellt. Leider wurden Harry und seine Crew hart gebeutelt, weil ihr Skipper Chris, den wir auch noch kurz kennengelernt haben nachts in der Koje an einem Herzinfarkt gestorben ist. Wir sind dann zusammen Essen gewesen und ich habe die Crew zu uns an Bord eingeladen, um Sie etwas von dieser Tragödie abzulenken. Wir hatten einen sehr netten Austausch und ich wünsche Harry viel Glück für sein Projekt und hoffe Ihn nochmal auf den Azoren zu treffen.

Am Sonnabend sind wir dann gleich morgens alle zusammen mit dem Taxi nach Hamilton gefahren. Ich musste einen Ersatz für die Abwasserpumpe unter unserer Spüle finden, die den Geist aufgegeben hatte und wir hatten gehört, dass eine Langstreckenregatta von Portland auf die Bermudas ankommen sollte, und wir wollten im Yachthafen in Hamilton die Yachten ansehen und vielleicht ein wenig mit den Teilnehmern quatschen. Wir sind dann durch schmale Straßen, die sich an den vielen Stränden und Buchten entlangwinden die ungefähr 30 Kilometer von St Georg nach Hamilton gefahren. Eine lohnende Tour auf der es eine Menge zu sehen gibt. Die Bermudas sind von der Vegetation und vom Klima deutlich anders als die karibischen Inseln oder auch Turks und Caicos. Es gibt zwar Palmen aber auch Pinien und andere Bäume und es wird nachts deutlich kühler. Aber tagsüber ist es richtig schön warm also insgesamt eher ein atlantisches Klima und deutlich angenehmer. Die Strände und Buchten sind superschön und alles kommt aufgeräumt und irgendwie hübsch daher. Nachdem wir dann die Besorgungen in Hamiliton erledigt hatten, sind wir in den Royal Bermudas Yacht Club gefahren und haben ein wenig mit den Teilnehmern der Regatta gesprochen. Die hatten gut eine Woche gebraucht und ordentlich Wind von vorne gehabt. Wir konnten dann noch den Kids und Jugendlichen bei Ihrem Segel Training auf 420 Jollen und Lasern zuschauen. Abends und auch an den folgenden Abenden haben wir dann schön an der Promenade in St Georg im „The Warf“ und im „Wahoo“ gegessen, das von einem Österreicher betrieben wird. Schöne letzte Abende vor dem Sprung über den Atlantik. Während wir auf besseres Wetter warteten, haben wir dann noch das Problem mit dem Drehzahlabfall der Maschine beseitigen können. Ein Yanmar Techniker hat für uns die Fehlerstände der Maschine ausgelesen und wir haben beruhigt festgestellt das die Maschine vollkommen ok ist. In den Vorfiltern hatte sich etwas Wasser gesammelt und den Filter direkt an der Maschine haben wir ebenfalls noch getauscht. Am Sonntag sind wir dann über einen kleinen Hügel auf die andere Seite der Insel gelaufen in eine Badebucht, die an einen großen Swimmingpool erinnert inklusive Strand und Bar. Türkisfarbenes Wasser mit wilden Felsformationen und obligatorischen amerikanischen Touristen mit Cocktails im Wasser. Wir haben den Nachmittag dort verbracht und das sehr genossen. Hans-Jörg und Lea sind noch mehrfach auf Erkundungstour durch St Georg und Umgebung gestreift. Währenddessen hat Ulf bei Supermarkt mit den Apothekenpreisen die Vorräte aufgefüllt. Am Mittwoch haben wir dann ausgecheckt und sind am Donnerstag früh gegen 7:00 gestartet.

Atlantik von den Bermudas auf die Azoren

Zunächst mal noch ein großes Lob an die super Crew. Ulf als Smutje und Küchenfee, die uns immer wieder mit Leckereien versorgt, Hans-Jörg der immer an den Segeln zuppelt und bemüht ist das Beste aus den aktuellen Windverhältnissen rauszuholen und Lea mein kleiner Sonnenschein mit Ihrer Fantasie der immer wieder neuen Spiele einfallen um sich und uns zu beschäftigen. Wir starten mit reichlich Wind aus Süd Ost bis zu 25 Knoten später dann in Bojen auch immer mal wieder 30 Knoten. Wir reffen ein und aus und alle 3 Reffs im Großsegel kommen zum Einsatz. Wir schaffen Spitzen Etmale von bis zu 172 NM und sind anfänglich sehr zufrieden, auch wenn wir reichlich durchgeschaukelt werden. Nebenbei werden laufend kleinere Reparaturen am Boot durchgeführt. Mal müssen die Vorsegelschienen gängig gemacht werden oder ein Bolzen vom Kutterstag löst sich oder wir haben etwas Wasser in der Bilge, weil wir die Tanks auf den Bermudas zu voll gemacht haben oder eine Schublade klemmt oder oder… Kochen, essen, lesen oder Hörbücher hören oder einfach nur in der Sonne relaxen – die Tage gleiten so dahin und ehe man sich versieht, ist es schon wieder Abend. Wir haben tagesüber eigentlich immer die Angel draußen mit mäßigem Erfolg. Einmal haben wir eine schöne Goldmakrele gefangen und ich habe die dann direkt filetiert und sie ist auch gleich in die Pfanne gewandert und hat hervorragend geschmeckt. Ein anderes Mal hat es nur einen gewaltigen Ruck gegeben und die Sehne ist abgerissen, na das war dann wohl etwas Größeres. Bei den Nachtwachen hat sich ein 3 Stunden Rhythmus etabliert beginnend von 9:00 – 12:00, 12:00 – 3:00 und 3:00 – 6:00. Wobei mir Ulf und Hans Jörg netterweise die erste Schicht von 9:00 – 12:00 zugestanden haben, was es mir ermöglicht einen großen Teil der Nacht bei Lea zu sein die teilweise unruhig schläft und dann sehr die Nähe sucht, weil Sie Ihre Mama vermisst. Lea ist ansonsten einfach super Sie erfindet Spiele am laufenden Band zum Beispiel das Fest der 1000 Tiere für das Sie ein Plakat mal und wo die Gäste Ihre Kuscheltiere sind. Aber Sie fordert natürlich uns alle zum Spielen heraus und ich genieße die Zeit mit Ihr sehr. Jeden Abend wird jetzt Pippi Langstrumpf vorgelesen und ich muss selbst wieder schmunzeln, wenn ich diese Geschichten nach so vielen Jahren mal wieder lese. Die Küche ist abwechslungsreich und Ulf und ich kochen beide eigentlich jeden Tag frisch. Auch wenn uns jetzt langsam das frische Obst und Gemüse ausgeht so reichen die Vorräte doch in jedem Fall bis auf die Azoren.

Seit dem 20.6 haben wir noch mehr wie vorher mit wechselnden Winden zu kämpfen, die vor allem schwachwindig sind. Wie vorhergesagt bewegen wir uns immer weiter in Richtung auf bzw. in das Azorenhoch hinein das sich auf dem ganzen Atlantik ausgebreitet hat. Viele Stunden unter Motor bei schwachem bis keinen Wind und dazu dann oft von vorne lassen uns nur sehr langsam vorankommen und verlängern den Törn erheblich. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit ist in den letzten Tagen auf unter 6 Knoten gesunken und dazu kommt noch das wir aufgrund des ungünstigen östlichen Windes zum Teil recht weit nach Norden vom direkten Kurz abweichen müssen. Wir werden am Ende dann deutlich über 3.000 Meilen gesegelt sein bis zu den Azoren und voraussichtlich insgesamt 31 Tage gebraucht haben. Ein weiterer Faktor, der uns die letzten Tage begleitet hat, war der mit bis zu 2,5 Knoten ziemlich starke Gegenstrom. So wurde uns nicht langweilig und die letzten Tage waren bezüglich des Wetters ein Wechselbad der Gefühle. Insgesamt ist es auch deutlich kühler geworden, wenn auch die Tage immer noch schön sonnig sind und wir Bug und Heck ausgiebig zum Sonnen und Relaxen nutzen.

In den letzten Tagen haben und immer wieder große Delphin Schulen besucht und begleitet und das ist jedes Mal wieder ein besonderes Erlebnis. Lea ist komplett aus dem Häuschen vor Freude. Zweimal haben wir, wenn auch in einiger Entfernung Wale gesehen. Wir können nicht sagen was für Wale das waren aber selbst auf ein paar hundert Meter Entfernung sind diese majestätischen Tiere wirklich beeindruckend. Und dann wären da noch die Unmengen von portugiesischen Galeeren von den uns ganze Teppiche begegnet sind. Wie ich die das erste Mal diese blassrosa Gebilde auf dem Wasser gesehen habe. Habe ich gedacht irgendwo wäre ein Container mit Plastik Prinzessinnen Krönchen ins Wasser gefallen. Lea hat uns dann aufgeklärt und uns in Ihrem Was ist Was Buch der besonderen Tiere die portugiesischen Galeeren gezeigt. Ziemlich fiese Viecher mit Nessel Tentakeln die Menschen sogar gefährlich werden können und wie gesagt tausende. Somit war leider selbst bei spiegelglattem Wasser an Baden nicht zu denken.

Heute am 27.6 haben wir keinerlei Wind, das Wasser ist spiegelglatt aber der Himmel ist bedeckt und wir können nicht leider nicht baden, weil es wieder Unmengen portugiesische Galeeren gibt, die auf der glatten Wasseroberfläche segeln. Lea hat heute eine Modenschau veranstaltet und uns verschiedene von Ihren Outfits vorgeführt. Super! Mittlerweile besuchen uns fast täglich größere Schulen von Delphinen und heute konnten wir Sie beim Jagen beobachten. Ein toller Anblick wie Sie sich aufteilen und sich die Fische zu treiben. Wir nähern uns den Azoren immer mehr und die Ungeduld an Bord nimmt zu ein Meilenstein nach dem anderen wir erreicht und wir sehen immer noch viele Tiere eine hübsche Wasserschildkröte, noch mehr Delphine und auch Möwen, die uns hier draußen immer wieder mit Ihren Flugkünsten überraschen. Sie gleiten dicht über das Wasser und wir hatten einen ganzen Tag eine sehr hübsche und ziemlich große Möwe, die per Anhalter auf unserem Bug Korb mitgefahren ist. Die Stimmung an Bord ist immer noch auch nach 2 Wochen sehr gut und wir genießen sagenhafte Sonnen Auf- und Untergänge. Es hat sich sowas wie eine Bordroutine eingestellt. Schlafen, Kochen und Essen, Lesen bzw. Hörbücher und Musik hören und nachts die 3 Stunden Wachen. Wir haben jetzt die erste Azoreninsel passiert haben aber immer noch 120 Meilen bis Horta. Ein Missverständnis hat es leider auch noch gegeben Becci ist auf der Insel Sao Miguel auf der auch der internationale Flughafen liegt. Wir sind fast selbstverständlich davon ausgegangen, dass wir uns in Horta auf Ilha do Faial treffen, weil dort alle Segler ankommen, die den Atlantik überquert haben. Naja, nun musste Becci noch nach Horta fliegen, weil zwischen den beiden Inseln dummerweise auch 150 Meilen liegen. Die Azoren strecken sich über eine große Fläche von mehreren 100 Meilen. Lea und ich freuen uns sehr Sie nach 4 Wochen wiederzusehen und den nächsten Teil unserer Reise wieder als Familie zu machen. Lea vermisst Ihre Mama doch sehr und erzählt mir jeden Tag wie großartig Ihre Mama doch ist und wie viele Male Sie noch schlafen muss, bis Mama wieder da ist. Lea absolviert auch jeden Tag ein Schulprogram und macht, wie ich finde gute Fortschritte beim Lesen und Rechnen.  Manchmal ist Sie ein wenig unkonzentriert und leicht abgelenkt. Jetzt kann Sie auch eine Schleife binden und ist stolz wie Bolle und will das natürlich unbedingt Mama zeigen, dass Sie die Schuhe jetzt selbst zubinden kann.

Wenn ich jetzt in der letzten Nacht auf dem Atlantik zurückblicke, war der Törn sehr abwechslungsreich wir hatten alle Windrichtung wenn auch meistens eher wenig Wind und wir haben den Motor deutlich über 100 Stunden gebraucht. Wir hatten auch wieder einige Schäden am Schiff die wir teils selbst direkt beheben konnte wie z.B. eine durchgescheuerte Genua Schot, ein stark an gescheuertes Großfall, eine ausgefallene Positionslampe usw. Leider streikt jetzt kurz vor dem Ziel unser Trockner und das können wir dann nicht selber beheben genauso wie eine durch den Bullenstander abgeknickte Relingsstütze. Aber alles in Allem ist der Törn super gelaufen. Ich hatte mit Ulf und Hans Jörg eine tolle Crew mit den das Segeln unheimlich viel Spaß gemacht hat. Auch wenn die beiden hin und wieder ganz schön geflucht haben, wenn Sie bei ordentlich Seegang bzw Dünnung in den Vorschiffskojen durchgeschüttelt worden sind. Aber wir hatten auch dank Sebastian Wache von der Wetterwelt in Kiel keine extremen Wetterverhältnisse und in Teilen einen echten Schönwettertörn.

Heute am 29.6 haben wir das Schiff gründlich geputzt und dann abends die 100 Meilengrenze bis Horta unterschritten. Ein letzter Abend mit der Crew und schon so etwas wie Aufbruchsstimmung. Am 30.06 dann vormittags mit etwas Wind und unter Maschine die letzten Meilen nach Horta wo uns Becci am Steg erwarten wird. Wir sehen tatsächlich nochmal zwei Schwertwale und diesmal gar nicht so weit weg. Um 15:30 machen wir dann direkt an der Tankstelle fest und Checken wohl das letzte mal auf diesem Trip offiziell ein. Customs, Immigration, Hafenmeister alles völlig problemlos. Netterweise wird uns auch einer der begehrten Plätze an der Hafenmauer zugewiesen und wir müssen mit unserem defekten Dingi nicht ankern. Den Abend verbringen wir dann in einem sehr netten Restaurant und natürlich trinken wir auch ein leckeres Bier in der legendären Bar Peters Café Sport wie wohl alle Atlantik Überquerer.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 5 und 2?